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BeitragVerfasst: Mo 6. Jul 2020, 13:53 
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DAB-Interessierter

Registriert: Do 23. Apr 2020, 08:30
Beiträge: 263
Seit heute gilt die neue Programmbelegung mit allen Regionalversionen von WDR 2 im DAB.
https://presse.wdr.de/plounge/wdr/progr ... trieb.html
https://www1.wdr.de/radio/wdr-event/wdr ... r-100.html

Was nicht verkündet wird und was der WDR nicht gerne an die große Glocke hängt: Damit einher geht eine massive Reduzierung der Datenrate vieler Programme. Das WDR-Verkehrsradio und der WDR-Eventkanal, also nach der Einstellung von 1Live Kunst und WDR 2 Klassik, die letzten verbliebenen DABonly-Kanäle, sind im selben Atemzug ganz verschwunden! Damit hat man nach WDR 2 Klassik und 1Live Kunst nun also auch den letzten Mehrwert für den Hörer in Form von Programmen, die er exklusiv auf diesem Wege empfangen kann, aufgegeben. 1Live Diggi (die 1Live-Playlist in umgekehrter Reihenfolge) kann man kaum ernst nehmen.

Dass man nach 10 Jahren im Regelbetrieb beim WDR immer noch von einem Pilotprojekt DAB spricht, sei den Kölnern verziehen. Der größte Witz ist doch dass jetzt allen ernstes 8 Wochen lang 48kb und somit wertvolle CU-Einheiten für eine Ansage verschwendet werden, in der die Hörer zum Umschalten auf den Internetstream (!!!) des Domradios aufgefordert werden! Ein Programm das sowieso unter Ausschluss der Öffentlichkeit für eine Handvoll Leute vor sich hinsendet. Der Eventkanal wird jetzt im selben Atemzug, wo die ARD endlich auch Audiorechte am Fußball erworben hat, bis September dafür ganz eingestellt. Es gibt ja noch einige Spiele, ich denke da z.B. an die Relegation zur 1. Bundesliga heute Abend oder die Testspiele im Länderspielbereich. Damit werden DAB-Empfangsgeräte im Westen ganz sicher ein Verkaufsschlager.

Zitat:
WDR Event wünscht Ihnen einen schönen Sommer. Auf DAB+ machen wir eine Sommerpause.
Wir ermöglichen es Domradio ihre Hörerinnen und Hörer bis Ende August über die neuen Empfangswege zu informieren und stellen dafür die Datenrate von WDR Event zur Verfügung.


Reine Stromvergeudung! Bisher 54 CU-Einheiten, seit heute immerhin 36 CU-Einheiten für die der Steuerzahler über Rundfunkgebühr (Verbreitung eines wertlosen Ansagetextes im WDR-eigenen Multiplex) aufkommen darf - ohne jeden Gegenwert, ohne einen inhaltlichen Nutzen.
Die Übertragungsrechte für das Domradio waren bereits zum 31.12. 2019 ausgelaufen!!!
Man hat ohne Not einfach aus scheinheiligen Gründen weitergemauschelt, so dass das Domradio (ohnehin fast ohne Hörer) noch ein halbes Jahr beim WDR weiter senden kann, plus nun noch zwei weitere Monate Ansagetext!

Bei Cosmoradio und WDR Radio 5 hat man die Bitrate gleich mal fast halbiert von fast 96 kbps runter auf 64. Cosmo ist ein reines Musikprogramm, WDR 5 auch kein reiner Nachrichtensender sondern ein Kulturprogramm mit viel Musik. Das hat schon Qualitäten annähernd der ersten Webstreams zu Beginn des Internetzeitalters um 1997 herum.
Hauptsache dafür läuft dann immer noch 2 Monate lang ab jetzt die Domradio-Hinweisschleife, die die Hörer auf den Webstream verweist, und frisst wertvolle Kapazitäten.
So kann man DAB mit voller Absicht gegen die Wand fahren. Für den selben Preis eines guten Digitalradios bekommt man eine Satschüssel und damit die volle Programmauswahl.

In Norddeutschland sendet Cosmo über den NDR-Spezialkanal nachmittags mit 104 kbps, in Bermen sogar mit 112 kbps! In Berlin weiterhin mit 96 kbps, obwohl der RBB an Cosmo nicht einmal direkt beteiligt ist sondern nur übernimmt. Und der größte Brüller ist dass WDR 5 als etablierte Wort- und Musikwelle mit qualitativ anspruchsvollem Journalismus im Berliner RBB-Multiplex 80 kbps hat, und somit 16 mehr als in seiner nordrhein-westfälischen Heimat!!!

Man kann sich nur schämen für die Experten die sich diesen hahnebüchenen Blödsinn ausgedacht haben. Medienrechtlich ist das ganze übrigens äußerst bedenklich, da die Lizenz des Domradios bereits zu 31.12 ausgelaufen war und erneut (auf welcher rechtlichen Grundlage?) bis 30.6. verlängert wurde. Warum also "ermöglichen es Domradio ihre Hörerinnen und Hörer bis Ende August über die neuen Empfangswege zu informieren und stellen dafür die Datenrate von WDR Event zur Verfügung" , lieber WDR? Mit welcher Berechtigung?
Welchen Gegendienst gibt es dafür?

Cosmo und das Kultur- und Informationsprogramm WDR 5 mit 64 kb. Man fasst es nicht! Da hört sich bei mir jegliches Verständnis auf.


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BeitragVerfasst: Mo 6. Jul 2020, 16:59 
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DAB-Freak

Registriert: So 15. Sep 2013, 16:09
Beiträge: 6537
Das ganze ist eine Zumutung und eine Frechheit. Es hätte gereicht erstmal eine weitere Lokalzeit aufzunehmen und den Rest erst wenn ein weiterer Mux zur Verfügung steht. Zudem betrifft es alle Programme,Einslive und co kommen nur mit 72 kbit daher,für eine öffentlich-rechtliche Anstalt völlig inakzeptabel. Warum man Domradio noch bis Ende August mit der Schleife durch schleppt,bleibt wohl auch ein Geheimnis des WDR. Deutlicher kann man seine Abneigung gegen DAB+ nicht zeigen.


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BeitragVerfasst: Mo 6. Jul 2020, 20:57 
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DAB-Interessierter

Registriert: Do 23. Apr 2020, 08:30
Beiträge: 263
Dem stimme ich komplett zu. Auf die rechtliche Fragwürdigkeit komme ich noch zu sprechen.

Vor allem ist es ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die an ihr Hörfunkprogramm noch gewisse Ansprüche setzen: Ausgerechnet das hochwertigste Programm, WDR5 mit einer Mischung aus Kultur, Musik, Information, Soziales und Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Sport (also Musik und Wort) wird (nach Abzug der DLS/SlideShow-Daten) mit einer Nettodatenrate von ca. 45 kbps verbreitet, und bewegt sich damit auf dem Level eines Windows Media-low-Streams aus der 46-k-Modem-Ära. Da klingen selbst die vorsinntflutlichen 128er-Webstreams der ARD-Radios noch besser! Es ist schon bezeichnend dass WDR 5 selbst im fernen Berlin als Abgeordnetensender mehr Bandbreite zur Verfügung gestellt wird als im eigentlichen Kernsendegebiet, wo diese Welle unter den sonstigen belanglosen Hörfunkangeboten des WDR einen Leuchtturmcharakter aufweist.

Auch in Bezug auf Cosmo ist das schade, da werden viele Menschen wieder auf UKW zurückwandern, weil man Cosmo dort in vernünftiger Klangqualität mit nur einer Frequenz von Aachen im Süden bis Bielefeld im Norden durchgängig empfangen kann.
Warum soll der Hörer und Gebührenzahler dafür Einbußen beim Klang hinnehmen, nur weil die Aufsichtsbehörde es verpennt hat, rechtzeitig Frequenzansprüche geltend zu machen, Koordinationsanfragen einzureichen und sich entsprechende Kapazitäten für regionale WDR-Muxe und einen oder zwei landesweite Privatmultiplexe zu sichern??? Das ist doch ein (bewusstes) Versäumnis der Medienpolitik, für das nicht der Hörer büßen darf. Dass der WDR sich hier vor den Karren spannen lässt, sagt viel über dessen Einstellung zu DAB aus.

Aber vermutlich ist exakt das so gewollt: Die Menschen beklagen sich über den schlechten Sound und der WDR hat anschließend genug Gründe, um den DAB-"Pilotbetrieb" (wozu plötzlich ein Pilotbetrieb nach 10 Jahren Regelbetrieb?) ebenso wortlos und ohne Vorankündigung einzustellen wie man diese merkwürdige Rocharde heute abgezogen hat. Überhaupt ist das Konstrukt mit dem kirchlichen Domradio im WDR-Multiplex nach dem Ende der (bereits einmal verlängerten!) Zuweisung der Übertragungskapazitäten über den 30. Juni hinaus überaus frag- und kritikwürdig. Faktisch ist die Domradio-Sendegenehmigung für den WDR-Mux mit Wirkung 1.7.2020 erloschen. Oder hat irgendjemand mitbekommen, dass sich die Medienkommission erneut zusammengesetzt hat und eine Verlängerung bis 31.08. zugestimmt wurde? Mir ist da nichts bekannt. Damit wäre die Hinweisschleife eine nicht genehmigte Ausstrahlung, ja namentlich gar ein Piratensender.

Also mit welcher rechtlichen Grundlage wird derzeit das Programm vom Domradio (auch wenn es sich nur um einen Werbespot für deren Internetportal handelt) über 11D ausgestrahlt? Die Verlängerung der Sendeerlaubnis ("Erteilung der Zuweisung einer Übertragungskapazität für digital-terrestrischen Tonrundfunk") ist mit Ende Juni erloschen!

Da wiehert doch der Amtsschimmel am Rheinufer ganz gewaltig, was hier alle Beteiligten für eine halbgare Lösung zurechtgemauschelt haben. Damit erweist der WDR dem System DAB einen Bärendienst!


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BeitragVerfasst: So 12. Jul 2020, 19:58 
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Foren-Neuling

Registriert: Fr 27. Jul 2018, 21:50
Beiträge: 26
War die letzten Tage in Köln unterwegs und speziell bei 1Live merkt man sehr deutlich die schnelle Tonqualität, noch ein Stück schlechter als identische 72 kbit ausstrahlungen wie Energy z.B.
Habe aber auch die Meinung das der WDR DAB+ nur als modernes Übel sieht. Wenn ich durch die Häuserschluchten von Köln fahre passiert es oft dass das Radio auf UKW zurückspringt, welches seit dieser Woche einen besseren Klang hat statt DAB+. Da läuft so einiges schief, eine schwache Ausstrahlungsleistung gepaart mit einer schlechten Tonqualität. Noch deutlicher kann man nicht zeigen wie wenig man von DAB+ überzeugt ist.


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